Artenkenntnis

Beine einer Frau, die auf einem kleinen Pfad durch die Natur wandert

In den vergangenen Jahren konnte nicht nur im Allgemeinwissen der Bevölkerung, sondern auch im Bereich der beruflichen Qualifizierung ein starker Rückgang der Artenkenntnis beobachtet werden. Beides geht unweigerlich mit einem Verlust von Arten und schützenswerten Lebensräumen einher, wenn zum einen die Bereitschaft zum Schutz der Natur und Lebensräume und das Verständnis für entsprechende Maßnahmen fehlen und zum anderen in Planungs- und Zulassungsverfahren die nötige Expertise für eine rechtssichere Beurteilung nicht mehr vorhanden ist.

Die Akademien des „Bundesweiten Arbeitskreises der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz“ (BANU) haben sich in einem bundesweiten Projekt zusammengeschlossen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Naturschutzverbänden, Hochschulen und allen Bereichen des Natur- und Artenschutzes wird ein deutschlandweit einheitliches Qualifizierungs- und Zertifizierungssystem für den Erhalt und die Verbesserung der Artenkenntnis erarbeitet. Der Schwerpunkt liegt hierbei zunächst auf den Bereichen Feldornithologie, Feldbotanik und Feldherpetologie (Amphibien und Reptilien). Weitere Artengruppen sollen in den kommenden Jahren folgen.

Das Angebot richtet sich an Studierende und Berufseinsteiger, Mitarbeitende im amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz und in Planungsbüros, aber auch an Naturinteressierte und Multiplikatoren. Ein modularer Kursaufbau, drei Kompetenzstufen sowie die bewusste Trennung von Kurs- und Prüfungsangeboten sollen den Teilnehmenden einen individuellen Zugang und Einstieg ermöglichen, je nach Kenntnisstand und Bedarf.

 

Qualifizierungs- und Zertifizierungsangebote

Um eine möglichst große Zielgruppe ansprechen zu können, ist das Prüfungssystem in drei bundesweit einheitlichen Stufen (Bronze, Silber und Gold) angelegt. Der Einstieg ist dabei auf jeder Stufe möglich. Neben Zertifikaten zur Artenkenntnis wird es weitere Prüfungen zu methodischen Kenntnissen oder speziellen Artengruppen geben, so dass vertiefende Schwerpunkte den Teilnehmenden weitere Möglichkeiten, beispielsweise für die berufliche Weiterbildung, bieten.

Die Teilnahme an den Zertifikatsprüfungen ist grundsätzlich unabhängig von einer Teilnahme an begleitenden Kursen und Seminaren, jedoch wird ein breit angelegtes Bildungsprogramm die Qualifizierung für die Zertifikatsprüfungen unterstützen. Derzeit werden Kurse zu Grundlagen, Fachkenntnissen sowie praxisbezogenen Kompetenzen und Methoden konzipiert und in ersten Bundesländern bereits getestet. Bestehende und bewährte Qualifizierungsveranstaltungen sollen dabei eingebunden und mit neuen Angeboten ergänzt und komplementiert werden. Ziel ist es, möglichst flächendeckend Qualifizierungsangebote für die gewählten Artengruppen zu entwickeln und allen Interessierten zugänglich zu machen.

In NRW starten erste Qualifizierungs- und Prüfungsangebote für die genannten Artengruppen im Jahr 2022. An dieser Stelle können Sie sich regelmäßig über den Fortschritt des Projekts und kommende Veranstaltungen informieren. Gerne können Sie sich auch für den Newsletter zum Thema Artenkenntnis anmelden. Senden Sie einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Infos erwünscht“ an die Projektleiterin Katharina Schäper.

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