Heft Nr. 26, April 2007

Zum Titelbild:
Schülerinnen und Schüler des Mauritz Gymnasiums in Münster.
Foto: Eine Welt Netz NRW / Peter Wattendorff

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Aus der NUA

1. Kräuterpädagogentag NRW gab wichtige Anregungen

Interessengemeinschaft geplant
Zu einer Interessengemeinschaft auf Landesebene wollen sich die Kräuterpädagogen in NRW zusammenschließen. Dies erklärten die über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 1. Kräuterpädagogentages NRW, die im Januar in Recklinghausen in der NUA zusammentrafen. Künftig sollen neben Fortbildungen auch gemeinsame Aktionen durchgeführt werden. Darüber hinaus könnten durch einen landesweiten Zusammenschluss die gemeinsamen Interessen besser vertreten werden, so dass „Kräuter“-Projekte die erforderliche Aufmerksamkeit und Unterstützung finden. Durchgeführt wurde der 1. Kräuterpädagogentag NRW von der NUA in Zusammenarbeit mit der Gundermannschule, die in Nordrhein-Westfalen bereits über 80 Kräuterpädagogen ausgebildet hat. Die auf der Veranstaltung vorgestellten Beispiele machen deutlich, dass Kräuterpädagogen durchaus etwas in einer Region bewegen können. Das Angebot sachkundiger und didaktisch gut aufbereiteter Kräuterführungen sowie die attraktive Vermarktung von Produkten aus Kräutern und Wildfrüchten wecken in der Öffentlichkeit das Interesse, sich mit heimischen Wildpflanzen intensiver auseinanderzusetzen. Daher können Kräuterexperten sowohl mit Führungen als auch mit der Vermarktung von Wildkräutern und Wildfrüchten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Umweltbildungsarbeit und damit auch zum Naturschutz leisten. (Dr. Gertrud Hein / bst)

Werkstattgespräch Umwelt

WDR tagt in der NUA
Der Programmausschuss des WDR-Rundfunkrats traf sich am 14. Februar 2007 im Tagungshaus der NUA zu einem „Werkstattgespräch Umwelt“. Im Anschluss an die Ausschusssitzung fand ein Empfang mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Natur und Umwelt statt. Die Gäste wurden vom Präsidenten des neuen LANUV, Dr. Harald Irmer, NUA-Kuratoriumsvorsitzenden Klaus Brunsmeier und NUA-Leiter Horst Frese begrüßt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die optimale Vermittlung von Themen aus dem Natur-, Umweltund Klimaschutz sowie Zusammenarbeitsmöglichkeiten. (anl)

Personalbewegungen

Der Jahresbeginn brachte für die NUA einige Personalveränderungen. Peter Schütz (im Bild zweiter von links) ist künftig zuständig für Bildungsangebote zum Thema „Biotopschutz und Landnutzung“. Er übernimmt diese Aufgabe von Manfred Kebbel, der zum Landesbetrieb Wald und Holz NRW wechselte. Ebenfalls aus der ehemaligen LÖBF in die NUA wechselte Bernd Stracke (links im Bild). Er nimmt zum einen die durch Erziehungsurlaub vakanten Aufgaben im Bereich Publikationen und Medien wahr, zum anderen ist er für die in die NUA verlagerten Naturschutz- Mitteilungen (ehemals LÖBF-Mitteilungen) zuständig. Hierbei wird er unterstützt durch Marlies Graner (1. von rechts) und Martina Wengelinski (3. von links). Sie übernimmt auch Aufgaben im Veranstaltungsservice. Angelika Kotzak, bislang im Veranstaltungsservice tätig, hat die NUA verlassen. Lothar Fuhrmann (2. von rechts) ist für Internetarbeit der NUA und die technische Unterstützung der zunehmenden Zahl der Veranstaltungen im NUA-Tagungshaus zuständig. Peter Schütz und Bernd Stracke sind für die NUA keine Unbekannten. Beide waren bereits bis Mitte der 90er Jahre in der NUA tätig. (bst)

Nachhaltigkeit Lernen

Aktionsplan NRW „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“

Kongress „Zukunft Lernen“ diskutiert Umsetzung der UN-Dekade in NRW
"Eine Bildung für eine nachhaltige Entwicklung verlangt die Bereitschaft, sich mit schwierigen – oft erst nach genauem Hinsehen erkennbaren – Problemlagen zu befassen und Widersprüche zu akzeptieren“. Mit diesen Worten eröffnete Bildungsministerin Barbara Sommer den Kongress „Bildung für nachhaltige Entwicklung: Zukunft lernen – Neue Impulse für NRW“ am 1. Dezember 2006 im Wissenschaftszentrum Bonn. Der von der Landesregierung beschlossene Aktionsplan zur Ausgestaltung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014“ stand im Mittelpunkt des Kongresses. Sechs Lernstationen und Ausstellungen gaben einen Einblick in die bestehende vielfältige Praxis in NRW. Die NUA beteiligte sich mit einer Lernstationen zur Kampagne „Agenda 21 in der Schule“. Zwei Talkrunden mit namhaften Gästen knüpften an die „Bonner Woche der UN-Dekade“ an und bildeten den geeigneten Rahmen zur Vernetzung und zum Austausch.

Für das Netzwerk AZUL erläuterte Dr. Christa Henze (Universität Duisburg-Essen) den vorgelegten Aktionsplan. Die folgenden vier Ziele werden darin für das Land NRW formuliert:

  • Die Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen zu verankern, zu bündeln und weiter zu entwickeln sowie gute Praxis in die Breite zu transferieren.
  • Die Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu vernetzen.
  • Die öffentliche Wahrnehmung der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verbessern.
  • In internationalen Zusammenhängen zu denken und zu handeln.

Wichtig sei es, so betonte die stellvertretende Vorsitzende des Nationalkomitees der deutschen UNESCO-Kommission, Professorin Dr. Lenelis Kruse-Graumann, die Erfahrungen, die jetzt in NRW gemacht werden, für die UN-Dekade zu nutzen. Die rund 250 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Bildungseinrichtungen, Organisationen und Verbänden waren sich einig, dass der Aktionsplan mit einer guten Vernetzung und Koordination der Akteure sowie mit einer konkreten Unterstützung durch das Land zu realisieren sei.

Hans Christian Markert, Leiter des Referates Nachhaltigkeitsstrategien und Agenda 21 im NRW-Umweltministerium, ging in seinem Vortrag auf das weitere Vorgehen ein: „Die Landesregierung, vertreten durch die drei Ministerien, wird den Prozess zur Umsetzung des Aktionsplans organisieren und dafür den Dialog mit den Akteuren in NRW suchen und steuern.“ Bestehende Kampagnen wie „Agenda 21 in der Schule“ und „KiTa der Zukunft“ seien schon erste Beiträge. Was noch ausstehe, sei ein konkreter Maßnahmeplan, um eine erfolgreiche Arbeit in NRW in den kommenden Jahren sicher zu stellen.

Veranstalter des Kongresses „Zukunft Lernen“ waren das Aktionsnetzwerk Zukunft Lernen (AZUL) sowie die drei Landesministerien für Umwelt und Naturschutz, für Generationen und Integration sowie für Schule und Weiterbildung. Der Kongress wurde von agenda-transfer, Agentur für Nachhaltigkeit GmbH, Bonn, organisiert. (agenda-transfer/anl)

NUA unterstützt Aktionsplan
Insbesondere mit innovativen Bildungsprojekten und einer Förderung der Vernetzung wird die NUA an der Umsetzung des NRW-Aktionsplanes mitwirken. Im Aktionsplan heißt es dazu:

„Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung und Durchführung vieler o. g. Aktivitäten zur Vernetzung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen der UN-Dekade kommt der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) in Recklinghausen zu“. Erwähnt werden im Aktionsplan u.a. die Kampagne „Agenda 21 in der Schule“, die Koordinierungsstelle für Umweltbildung und die Aktivitäten von LUMBRICUS, dem Umweltbus der NUA.

NUA auf der Bildungsmesse didacta in Köln

Neue Ausstellung: „Schulen gestalten Zukunft“
Die größte Fachmesse im Bildungsbereich gastierte 2007 wieder in Köln. Mit über 100.000 Besuchern erzielte die didacta dabei einen Besucherrekord. Die NUA beteiligte sich in Halle 6 mit einem Messestand und einer neuen Ausstellung zur Landeskampagne „Agenda 21 in der Schule". Unter dem Motto „Schulen gestalten Zukunft“ wurden am Messestand beispielhafte Schulprojekte vorgestellt.

Schülerinnen und Schüler der Grundschule Dehme zeigten z.B. wie sie ein gesundes Schulfrühstück herstellen. Vorgestellt wurde auch das Modellprojekt „Power to madagascar“ des Gymnasiums Frechen. Schüler setzen sich dabei mit der Energieversorgung in Deutschland und Afrika auseinander und entwickeln einfache Techniken für eine nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung (siehe Seite 6).

Schülerinnen und Schüler der Scharnhorst-Gesamtschule aus Dortmund informierten über ihre Projekte zum fairen Handel. Sie betreiben dazu einen Laden und arbeiten mit Eine-Welt-Läden und Firmen zusammen. Messebesucher konnten am Stand Produkte wie z.B. den Dortmunder Kaffee einkaufen. Am ersten Messetag wurde mit „Radio Rasant“ der Städtischen Realschule Sundern ein Projekt zum interkulturellen Lernen vorgestellt. Schüler des Radioprojekts planen aktuell mit Schulen anderer Erdteile eine gemeinsame Radiosendung zum Klimawandel (siehe eigener Bericht S. 7).

Schon über 300 Schulen in NRW beteiligen sich mit ähnlichen Projekten an der Kampagne und fördern so an ihrer Schule eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung. (NUA / anl)

Preise im Malwettbewerb für Grundschulen

Kampagne „Agenda 21 in der Schule“ – Jasmin Sikora aus Wetter gewinnt ersten Preis
Im Herbst 2006 hat die NUA Schülerinnen und Schüler von Grundschulen aufgerufen, Bilder zum Thema „Agenda 21 in der Schule“ zu malen. Im Dezember 2006 wurden die Preise für die schönsten Bilder verliehen. Den ersten Preis gewann Jasmin Sikora aus der Klasse 4 der Katholischen Grundschule Wetter. In ihrem Bild visualisiert Jasmin Sikora, so die Jury, besonders eindrucksvoll die Schönheit und Vielfalt unserer Welt, für deren Erhalt sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Kampagne durch Projekte an ihrer Schule einsetzen. Das Siegerbild schmückt nun Tassen und Taschen, die als Werbemittel für die Kampagne eingesetzt werden.

Den zweiten Platz errang mit Valeria Trifunovic aus der Klasse 2 ebenfalls eine Schülerin der Katholischen Grundschule Wetter. Den Dritten Preis gewann Luca Wimmer von der Bodelschwingh-Schule in Menden. Petra Giebel, Landeskoordinatorin der Kampagne, überreichte den Schülerinnen und Schülern ihre Preise. Für Platz 1 erhielt die gesamte Klasse 4 der Katholischen Grundschule Wetter ein Mikroskop und Becherlupen, mit denen sie in der nächsten Zeit die Natur im Umfeld erforschen können. Außerdem erhielten alle Schülerinnen und Schüler Tassen und Taschen mit dem Siegerbild. Insgesamt hatten sich 72 Grundschulkinder an dem Malwettbewerb beteiligt. (NUA)

NUA-Kampagne erneut von der UNESCO ausgezeichnet

Neue Ziele für „Agenda 21 in der Schule“: Verstetigung und Vernetzung in den Regionen
Die von der NUA koordinierte Landeskampagne „Agenda 21 in der Schule“ ist erneut als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden. Dr. Verena Metze- Mangold, Vizepräsidentin der Deutschen UNESCOKommission, und der Vorsitzende des Nationalkomitees der UN-Weltdekade, Professor Dr. Gerhard de Haan, überreichten auf der Bildungsmesse didacta in Köln Urkunde und Fahne an Petra Giebel von der NUA. Ausgezeichnete Projekte stehen beispielhaft für eine innovative und breitenwirksame Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung, so die Deutsche UNESCOKommission. Ihre Anerkennung soll dazu beitragen, die Anliegen der UN-Dekade flächendeckend in Deutschland sichtbar zu machen. Die Kampagne „Agenda 21 in der Schule“ unterstützt Schulen bei der Entwicklung von Projekten, Schulprofilen und Schulprogrammen, die sich an der Agenda 21 orientieren. Mit der Kampagne wird im deutschsprachigen Raum erstmals ein Zertifikat für die systematische Integration von Inhalten einer Bildung für Nachhaltigkeit in Schulunterricht und Schulentwicklung vergeben.

Bei Schulen zeigt das Angebot eine starke Resonanz: Aktuell arbeiten schon 311 Schulen mit. Modellhaft ist insbesondere die Verknüpfung aller Dimensionen einer Bildung für Nachhaltigkeit mit anderen dafür wichtigen Themen wie Partizipation von Schülerinnen und Schülern, Kommunikation nach außen und der Förderung von Gestaltungskompetenz. Die Kampagne hat insofern Pilotfunktion auch für andere Regionen. In allen Dimensionen der Nachhaltigkeit, das belegen die Projektdokumentationen, sind vielfältige Effekte bei den beteiligten Schulen nachweisbar. Insbesondere werden Schulen, die bislang nur im Bereich einer Dimension der Agenda 21 aktiv sind (z.B. Ökologie) angeregt, auch andere Dimensionen (z.B. Globales Lernen oder ökonomische Aspekte) aufzugreifen.

Die Kampagne erhält die Auszeichnung zum zweiten Mal, jetzt für den Zeitraum 2007-2008. Eine solche Auszeichnung erhalten Projekte nicht automatisch, nur weil sie fortgesetzt werden. Für die erneute Auszeichnung müssen vielmehr spezielle Kriterien erfüllt werden, erläuterte Professor Dr. Gerhard de Haan bei der Auszeichnungsfeier in Köln. „Agenda 21 in der Schule“ hat sich z. B. für die neue Ausschreibungsphase besonders die Verstetigung der Arbeit an den Schulen und den Transfer in die Breite zum Ziel gesetzt. Die regionalen Netzwerkstrukturen zwischen den Schulen und den außerschulischen Partnern zur Begleitung der Kampagnearbeit sollen weiter ausgebaut werden. Dazu wurden u. a. auch eine neue Broschüre und eine neue Begleitausstellung entwickelt sowie der Internetauftritt der Kampagne neu gestaltet. (NUA)

Hintergrund:
UN-Dekade 2005-2014

2002 beschloss die Vollversammlung der Vereinten Nationen auf Empfehlung des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, für die Jahre 2005 bis 2014 eine Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ auszurufen. Ihr Ziel ist es, durch Bildungsmaßnahmen zur Umsetzung der in Rio beschlossenen und in Johannesburg bekräftigten Agenda 21 beizutragen und die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen zu verankern. In Deutschland wird die Dekade von der Deutschen UNESCOKommission koordiniert. Seit dem Start wurden 402 offizielle Dekade-Projekte ausgezeichnet, darunter allein 68 aus NRW.
Infos: www.dekade.org

Neue Broschüre der NUA zu „Agenda 21 in der Schule

Mit der neuen, von der NUA herausgegebenen Broschüre „Schule der Zukunft – Wir sind dabei!“ wird jetzt umfassend über Ziele und Inhalte der Kampagne „Agenda 21 in der Schule“ informiert. Alle, die sich für eine Bildung zur Nachhaltigkeit interessieren, finden in dem Heft Anregungen für die eigene Arbeit. Zahlreiche anschaulich bebilderte Projektbeispiele zeigen, wie engagiert Schülerinnen und Schüler in NRW mit ihren Ideen und ihren Projekten zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Das 32-seitige Heft soll Schulen bei der Vorbereitung, Durchführung und Berichterstattung ihrer Vorhaben begleiten. Es enthält die notwendigen Informationen über inhaltliche und organisatorische Kriterien der Kampagne. Anregungen und Tipps helfen bei der Arbeit am jeweiligen Schul- und Unterrichtsprojekt. Auf häufig gestellte Fragen zur Kampagne wird in einer eigenen Rubrik eingegangen. Die Broschüre wird durch Adressen und Hinweise zu einer möglichen Unterstützung abgerundet. (NUA)

Agendaschulen

„Power to madagascar“: Klimaschutz im Unterricht

Gymnasium Frechen stellt am NUA-Stand auf der didacta Modellprojekt vor
Wie können sich Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz einsetzen? Wie lässt sich in der Schule das Thema „Zukunftstechnologien zur effizienten Energienutzung“ aufgreifen? Auf der Bildungsmesse didacta präsentierten dazu Schüler des Gymnasiums Frechen an den Messeständen der NUA und der Firma Windaus Labortechnik Unterrichtsprojekte. Die Palette der Beispiele reichte von der Brennstoffzelle über Solartechnik bis hin zur aktuellen Schulpartnerschaft mit Madagaskar. Besonders im Spannungsfeld zwischen Afrika und Europa wird die Vielschichtigkeit des Themas Energie und Klimawandel deutlich: Während in Deutschland Energieverschwendung und Energieeinsparung im Focus stehen, geht es in Afrika um die Bereitstellung einer Grundversorgung mit Energie zur Existenzsicherung der Menschen. Die Schulpartnerschaft hat das Anliegen, den Bildungs- und Wissenstransfer zwischen Afrika und Europa zu fördern.

Während am Stand der Firma Windaus Labortechnik die technischen Aspekte der Brennstoffzellen im Vordergrund standen, stellten die Schüler am NUA-Stand mit „Power to Madagascar“ ein Konzept zur Elektrifizierung des Dorfes Andalamengoke in Madagaskar vor, das gemeinsam mit der Firma Energiebau-Solartechnik in Köln erarbeitet wurde. Das Dorf hat keine Elektrizität. In Zukunft sollen die weitere Elektrifizierung, Aufforstungen und der Anbau von Ölpflanzen zur Energiegewinnung durch die Bauern initiiert werden. Für ihre Ideen suchen die Schüler Unterstützer und Patenschaften, die die Projekte ideell und auch finanziell begleiten. Mit dem Projekt beteiligt sich die Schule auch an der Kampagne „Agenda 21 in der Schule“. (Paul Feltes)

Schuhe putzen gegen Kinderarbeit

Aktion der Gesamtschule Gartenstadt in der Dortmunder City
Die 11jährige Gina und ihre Klassenkameraden machen einen Tag lang das, was für viele Kinder in Entwicklungsländern zum Alltag gehört: An einem Januartag putzen sie in der Dortmund City die Schuhe von Passanten. Mit dem Projekt im Rahmen der Kampagne „Agenda 21 in der Schule“ machen sie auf Kinderarbeit aufmerksam und sammeln Geld für Kinderprojekte in der Dritten Welt. Im Unterricht haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5.4. der Gesamtschule Gartenstadt zuvor intensiv mit dem Leben von Kindern in der Dritten Welt beschäftigt. Sie haben Bilder gemalt und Collagen gebastelt, die bei ihrer Aktion an einer Wäscheleine zwischen den Bäumen hängen. „Die Kinder können nicht zur Schule gehen und manchmal müssen sie so schwer arbeiten, dass sie auch gesund- heitliche Schäden bekommen“, erklärt der 11jährige Phillipp. Er und die anderen aus seiner Klasse wissen, dass nach UNICEF-Schätzungen weltweit über 190 Millionen Kinder unter 14 Jahren gezwungen sind, zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. „In Indien müssen Kinder den ganzen Tag Teppiche knüpfen und bekommen Schläge, wenn sie dabei Fehler machen“, weiß die 12-jährige Katharina.

Die Kinder wollen mit ihrer Aktion auf das Schicksal ihrer Altersgenossen aufmerksam machen. Das Ziel: Nicht bloß betroffen sein, sondern auch etwas verändern. „Wir möchten, dass Leute keine Produkte kaufen, die von Kindern gemacht wurden“, sagt Philipp. Mit Manuel und Jenny hat Gina eine Pressegruppe gegründet, um Dortmunder Bürger über die Situation von Kindern in Entwicklungsländern zu informieren. „Uns ist wichtig, dass unserer Schülerinnen und Schüler das, was sie im Unterricht erfahren haben, auch anwenden können“, erläutert die Klassenlehrerin Brigitte Bömer. Sogar beim Ordnungsamt hätten die Kinder selbst angerufen, um ihre Aktion anzumelden. Mit dem gesammelten Geld wollen die Kinder Partnerschulen in Peru und Bolivien unterstützen. (Quellen: WAZ und RN vom 6.2.2007 / anl)

RADIO RASANT: Unser Klima wandelt sich

Jugendradio an der Realschule Sundern – Modellprojekt zum interkulturellen Lernen
Am NUA-Messestand auf der didacta präsentierte eine Schülerinnengruppe ihr Projekt RADIO RASANT. Das Modellprojekt wurde inzwischen europaweit mehrfach für seine Beiträge zur Völkerverständigung und im Rahmen der interkulturellen Jugendbildung ausgezeichnet. Derzeit arbeitet die Gruppe an einem hochaktuellen Thema: „Unser Klima wandelt sich“ wird eine Radioproduktion, mit der in mehreren Sprachen über die globale Erwärmung informiert wird. RADIO RASANT arbeitet dabei mit schon 11 Schulen aus allen Erdteilen zusammen. Die Realschule Sundern beteiligt sich damit auch an der Kampagne „Agenda 21 in der Schule“.

Radiosendungen weltweit!
Seit der Mitwirkung an einer Projektwoche im Jahre 2000 ist die Gruppe als freiwillige Arbeitsgemeinschaft aktiv. In loser Reihenfolge werden seitdem einstündige Radiosendungen z. B. zu Themen wie „Musik verbindet Völker“, „Das Leben der Straßenkinder in Peru“ oder „AIDS – ein globales Problem“ produziert. Diese werden anschließend terrestrisch lokal und international sowie lokal im Kabelprogramm ausgestrahlt. „Radio Sauerland“ erklärte sich bereit, die Produktionen im Rahmen des Bürgerfunks auszustrahlen. Seit dem Jahre 2003 werden Beiträge von RADIO RASANT weltweit mehrsprachig über die Sendeanlagen der Vereinten Nationen in New York gesendet. RADIO RASANT ist offizielles Mitglied des Informationsministeriums der Vereinten Nationen und im internationalen Sendekataster neben Sendern wie z. B. dem WDR oder der Deutschen Welle als Medienprojekt eingetragen.

Jeden Dienstag treffen sich die derzeit 9 Schülerinnen der Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 in der 7. und 8. Unterrichtsstunde zur freiwilligen Arbeitsgemeinschaft: Hier werden neue Themen vorgeschlagen, erörtert und anhand von Textmaterialien und Recherchen im Internet strukturiert. Interviewpartner werden von den Jugendlichen in ihrer Freizeit aufgesucht und befragt.

Kooperation und Unterstützung
Die Produktion der Sendungen erfolgt jeweils in enger Zusammenarbeit mit der Katholischen Medienwerkstatt Meschede. Diese stellt leihweise für die Dauer der Arbeitsgemeinschaft einen Audio-Computer mit 18 Tonspuren, einen Minidisk-Recorder als Peripheriegerät sowie einen portablen Minidisk-Recorder für die Interviews zur Verfügung. Die einzelnen vorproduzierten Beiträge werden dann im Tonstudio der Katholischen Medienwerkstatt Meschede unter fachkundiger Anleitung eingespielt und zu einer sechzigminütigen Gesamtsendung verquickt.

Anerkennung als UNICEF-Junior-Botschafter
Derzeit besteht das Team von RADIO RASANT aus drei Arbeitsgruppen. Jedes Redaktionsteam wiederum besteht aus zwei, maximal fünf Jugendlichen. Damit können stets drei Themen zur gleichen Zeit bearbeitet werden. Es befindet sich meistens ein Team in der eigentlichen Produktionsphase, während andere recherchieren und weitere Texte für die kommende Sendung erstellen. Die Themen stammen zumeist aus dem kulturellen, musischen und literarischen Bereich. Besonders zu Themen der Völkerverständigung hat sich das Projekt international Ansehen verschafft. In den Jahren 2004 – 2006 erhielt RADIO RASANT jeweils den Anerkennungspreis des UNICEF-Junior- Botschafters für die Berichterstattung über die Ungleichbehandlung von Jungen und Mädchen in der Dritten Welt. RADIO RASANT wurde zudem als Best-Practice-Projekt zur Mädchenförderung bei LEA- Net ausgezeichnet. (Radio Rasant / anl)

Impressum

Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA)
Siemensstr. 5
45659 Recklinghausen
Postanschrift: Postfach 101051
45610 Recklinghausen
Tel. 02361/305-0
Fax 02361/305-340
E-Mail: poststelle@nua.nrw.de
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Redaktion:
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Tel. 02361 305-246
(verantwortlich)

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Volker Langguth (vla)
Tel. 02361 305-333

Erscheinungsweise:
Die NUAncen erscheinen dreimal jährlich. Redaktionsschluss jeweils 15. März, 15. Juli, 15. November

Gestaltung:
Mumbeck – Agentur für Energie und Umweltmarketing, Wuppertal

Gestaltung der Internet-Version:
D. Lischewski Ö/K/O/M KG, Münster
www.oekom.com

Druck:
Druck Verlag Kettler, Bönen
Druck auf 100% Recycling-Papier

Ausgabe:
Nummer 26, 10. Jahrgang 2006
15.04.2007

Bezug:
kostenlos

ISSN:
1615-3057

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