Berichte von Veranstaltungen der NUA

Umweltbildungswerkstatt 2017

Außerschulische BNE im Spannungsfeld voller Terminkalender, Dissonanzen und neuen Dimensionen

 

Am 21.02. und 22.02.2017 fand in Lünen die inzwischen 20. Umweltbildungswerkstatt NRW mit über 50 Teilnehmern statt.

Bildungsfachlich präsentierte die 20. Umweltbildungswerkstatt NRW unter dem Titel „Außerschulische BNE im Spannungsfeld voller Terminkalender, Dissonanzen und neuen Dimensionen“ viel Neues. Außerschulische Bildung für nachhaltige Entwicklung verändert sich immer weiter und befindet sich dabei im Spannungsfeld vielen Anforderungen gerecht zu werden. Wie kann die bisherige Zielgruppe „Familie" gehalten bzw. für die Umweltbildung wieder neu gewonnen werden? Die pädagogische Auflösung von sich widerstrebenden Ansprüchen und Wünschen in Veranstaltungen bildeten einen weiteren Schwerpunkt.

Ute Pfeiffer-Frohnert und Sonja Fasbender vom Förderverein NaturGut Ophoven stellten die Ergebnisse des Projekts „Familien in die Natur“ vor. Sie analysieren Beweggründe und Hemmschwellen der Zielgruppe „Familie" in ihrer Freizeit in die Natur zu gehen. Es ergab sich z.B., dass viele Freizeitaktivitäten von Familien geprägt sind von Sinnsuche und Ergebnisorientierung, so dass ein Aufenthalt in der Natur als scheinbar „zu wenig wert“ eingeschätzt wird. Im Workshop ging es dann verstärkt darum, mit Praxisübungen ein Gefühl für zeitgemäßes Naturmarketing zu erhalten, durch das sich Familien angesprochen fühlen und Angebote in der Natur wahrnehmen.

Annika Wachten vom Förderverein NaturGut Ophoven stellte das Projekt „Klimabildung+” vor. Schwerpunkt des Projekts ist der Umgang mit kognitiver Dissonanz. Welche Entscheidungsmöglichkeiten hat der Einzelne in Dilemmasituationen? Mithilfe von Dilemma-Geschichten und weiteren Materialen setzen sich die Schülerinnen und Schüler gezielt mit dem Themenbereich „Klima und Klimaschutz“ auseinander und können dabei sowohl globale Zusammenhänge erkennen als auch individuelle Konsequenzen ableiten. Die Motivation der Lernenden für dieses vielschichtige Thema wird vor allem durch die Einbeziehung von Alltagserfahrungen gesteigert. Im Workshop werden verschiedene Unterrichtseinheiten vorgestellt und gemeinsam erarbeitet, sowie das Thema „Kognitive Dissonanz" im individuellen Erleben intensiv bearbeitet.

Dr. Michael Kopatz vom Wuppertalinstitut beschäftigte sich mit dem Thema „Neue Dimensionen in der Bildung – kommunale Suffizienzbremsen“. Besonders war die Vorstellung des Buchs „Ökoroutine.  Damit wir tun, was wir für richtig halten“, denn dieses Buch macht Schluss mit umweltmoralischen Appellen. Es zeigt, dass wir verantwortungsvoll leben können, ohne uns tagtäglich mit Klimawandel oder Massentierhaltung befassen zu müssen, denn »Öko« soll einfach zur Routine gemacht werden. Was unmöglich erscheint, ist konzeptionell denkbar einfach: Mülltrennung, Sparlampen, Effizienzhäuser – alles längst akzeptiert oder in Reichweite. Was wir zur Durchsetzung brauchen, sind neue, innovative Standards und Limits: Wenn Geräte weniger oft kaputt gehen, die Tierhaltung schrittweise artgerechter wird oder bedenkliche Zusatzstoffe aus Lebensmitteln verschwinden – welcher Verbraucher würde sich darüber beschweren? Michael Kopatz präsentiert eine Vielzahl leicht umsetzbarer, politischer Vorschläge für alle Lebensbereiche, damit die Utopien von heute schon bald die Realitäten von morgen werden.

Am zweiten Tag stand Aktuelles für die BNE-Arbeit im Fokus. Victor Haase, der zuständige Abteilungsleiter im MKULNV zog eine Bilanz des vergangenen Jahres und ging zudem auf die aktuelle Entwicklungen der Bildung für nachhaltige Entwicklung ein. Die ersten Umsetzungserfahrungen mit dem Fach- und Förderkonzept  der außerschulischen BNE-Zentren liegen vor und wurden von Gisela Lamkowsky und den Mitarbeitenden der geförderten Regionalzentren vorgestellt.

Den Bogen zu den weltweiten Aktivitäten schlug dann abschließend Katarina Roncevic mit der Vorstellung des Weltaktionsprogramms und stellte dabei die Bedeutung des Programms für die BNE heraus.

Vorträge und Materialien der Umweltbildungswerkstatt zum Download:

Familien in die Natur trotz voller Terminkalender
Ute Pfeiffer-Frohnert und Sonja Fasbender

Neue Dimensionen in der Bildung – kommunale Suffizienzbremsen
Dr. Michael Kopatz

Kopf- oder Bauchgefühl – Dissonanzen - wer gewinnt die Oberhand?
Annika Wachten

Aktuelles aus dem MKULNV für die BNE-Arbeit
Victor Haase

Erfahrungen zum Fach- und Förderprogramm außerschulischer BNE-Zentren NRW
Gisela Lamkowsky

Vorstellung der geförderten Regionalzentren BNE
Mitarbeitende der Regionalzentren BNE

Start des Weltaktionsprogramms – Bedeutung für unsere Arbeit?
Katarina Roncevic