Presseinfo

Perspektiven für Wiesen und Weiden in Nordrhein-Westfalen

Artenreiches Grünland geht landes- und bundesweit in vielen Regionen stark zurück. So hat seit 2003 die gesamte Grünlandfläche in NRW um 7,4 Prozent abgenommen. Viele für Wiesen und Weiden typische Tier- und Pflanzenarten, wie  Kiebitz, Uferschnepfe oder einige Knabenkräuter stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Über 100  Experten aus ganz NRW treffen sich deshalb vom 2. bis 3. Juni in Zons, um mögliche Maßnahmen für die Zukunft zu erörtern. Die Tagung auf Burg Friedestrom in Zons wird gemeinsam von der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA), dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und dem Dachverband der Biologischen Stationen NRW ausgerichtet. 

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (Rhein-Kreis Neuss) und Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld werden die Tagung mit Grußworten eröffnen. Umweltminister Johanes Remmel wird dann in einem Vortrag über die aktuelle Naturschutzpolitik und ihre Beiträge zum Erhalt der biologischen Vielfalt referieren.

Die Erhaltung artenreichen Grünlands ist ein zentraler Bestandteil der nordrhein-westfälischen Biodiversitätsstrategie. Blütenbunte Trocken, Frisch- und Feuchtwiesen und -weiden beherbergen eine große Artenvielfalt. Trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen, FFH-Richtlinie sowie jahrelanger Anstrengungen im Vertragsnaturschutz ist das artenreiche Grünland anhaltend gefährdet und oft in schlechtem Erhaltungszustand. Das Landesumweltamt wird auf der Tagung dazu aktuelle Ergebnisse einer dreijährigen landesweiten Grünlandkartierung präsentieren.

Am Rande der bedeutendsten Tieflandwiesen Nordrhein-Westfalens, deren Entstehen vermutlich bis in die Römerzeit zurückreicht, diskutieren Fachleute aus Landwirtschaft und Naturschutz, aus Verwaltung, Wissenschaft, Stiftungen und Verbänden über die aktuelle Situation, Entwicklungsperspektiven und mögliche Lösungen für bestehende Probleme. Teil des Fachprogramms sind auch Erfahrungsberichte aus den Niederlanden und den benachbarten Bundesländern. Am zweiten Tag führen Exkursionen in die Rheinaue im Bereich des Wasserwerkes Grind und der Urdenbacher Kämpe.

Aufgrund des großen Interesses ist die Tagung schon seit Wochen ausgebucht. Alle Interessierten sind jedoch zum öffentlichen Abendvortrag am Donnerstag, 2. Juni 2016, 20:00 Uhr eingeladen. Prof. Dr. Wolfgang Schumacher referiert über den Beitrag der NRW-Stiftung zum Grünlandschutz in NRW. Prof. Schumacher engagiert sich nun schon seit einigen Jahrzehnten besonders für den Grünlandschutz im Rheinland.  Er ist Vizepräsident der NRW-Stiftung Natur, Heimat und Kultur und Mitglied in zahlreichen naturwissenschaftlichen Vereinen  und Naturschutzorganisationen.

Programm der Tagung 

 

Ansprechperson

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Bernd Stracke
Journalist und Politikwissenschaftler
Stellvertretender Leiter, Klimaschutz, Stadt der Zukunft, Pressearbeit,
Projekt „NRW wird leiser
Bernd Stracke