Wer wühlt denn da?
Auf den Spuren des Maulwurfs
 
Der Maulwurf - ein kräftiger Graber im Boden

Der Maulwurf, ein kurzhaariger Insektenfresser, den kaum jemand so richtig zu Gesicht bekommt, sorgt durch seine grabende Lebensweise ständig für Gesprächsstoff bei so manchem Hobbygärtner. Die Vorderbeine sind zu mächtigen Grabeschaufeln umgewandelt. Dabei bleibt der walzenförmige Körper äußerst gelenkig, so dass der Maulwurf sich per Rückwärtsrolle im engen Gang drehen kann, um anschließend wie ein Bulldozer das zuvor nach hinten geschaufelte Erdreich zum Ausgang des nächst gelegenen Maulwurfshügels zu befördern. Die rosarote Schnauze hat sich zu einem hervorragenden Riech- und Tastorgan entwickelt, das an Sensibilität kaum noch zu übertreffen ist.
Vom Wesen her ist der Maulwurf scheu und lebt bis auf die Paarungszeit als Einzelgänger. Junge Maulwürfe werden etwa im Juni/Juli aus dem Revier der Eltern vertrieben. Sie müssen sich nun ein eigenes Gangsystem schaffen, was sich durch zahlreiche neue Haufen ankündigt. Der Maulwurf ist ein räuberischer Geselle und betätigt sich dabei als Fallensteller. Während der Grabetätigkeit findet er eher zufällig Nahrung. Sein eigentlicher Nahrungserwerb besteht darin, dass er sein Gangsystem regelmäßig patrouilliert und die hereingefallenen Tiere frisst. Auf seinem Speiseplan stehen Insektenlarven wie Drahtwürmer und Engerlinge, Tausendfüßer, Schnecken, Käfer und vor allem Regenwürmer. Auch wenn seine Nahrung manchmal bis zu 80 oder 100 % aus Regenwürmern besteht, sind noch keine schädlichen Wirkungen durch die Tätigkeit von Maulwürfen bekannt geworden. Der Maulwurf steht am Ende einer Nahrungskette, die Tausende von Bodentierarten umfasst. Als Räuber greift er regulierend in die Lebensgemeinschaft des Bodens ein. Als kräftiger Graber sorgt er zudem für eine starke Durchmischung des Bodens. Dadurch werden Humussubstanzen in größere Tiefen verfrachtet.

  
© NUA 2004 Stand: 14.09.2004 - Ö/K/O/M (mst )